Märchen

schwimmender Schwan

Die Stimme von Slán liest Märchen und Gedichte und entführt damit die Zuhörer in die mythische Welt der Harfenklänge.

Das Spiel von Wort und Musik gleicht den Erzählungen der Singvögel in ihren Liedern.

Die Texte im Inhalt sind aus der keltischen und mythologischen Literatur entnommen.


Kostproben

Standing Stones:
Die Stehenden Steine, die steinernen Riesen

Auf einer dieser einsamen Orkney Inseln
da lebte ein schönes Mädchen.
Ihre Wangen waren rot, ihre Augen waren blau
und sie hatte lockiges, blondes Haar.
Verrückt nach ihr auf den ersten Blick
war einer, der ihr niemals gefallen würde,
einem so aufrechten Mädchen, wie jener,
mit dieser einzigartigen Gestalt.

Auf der anderen Seite des Sees in Sandwick
da wohnte ein Junge, der ihr die Treue geschworen hat.
Und seit ihrer Kindheit schaute er
ihren ach so blauen Augen nach.
Das Land wird flach hin bis zur See,
es ist dort eine Landzunge,
wo die unheimlichen und schrecklichen Stehenden Steine
dort in einem Kreis beisammenstehen.

Bei schönen Vollmond am Weihnachtsabend
trafen sie sich bei diesem traurigen Platz.
Sie war voll Fröhlichkeit im Herzen und ihr Gesicht strahlte vor Glück,
als ihr Geliebter kam und ihre Hand küsste
und ach so liebe Worte zu ihr sagte.
Sie redeten von glücklichen Tagen in der Zukunft,
als sie durch die Steine streiften.
Sie liefen zum Stein der Liebenden
und fassten ihre Hände durch das Loch hindurch
und schworen sich ewige Treue,
besiegelt durch das standhafte Band der Liebe.
Er küsste sein Mädchen und sah ihr nach,
wie sie über diese einsame Brücke davon ging.
Und er hätte niemals, niemals daran gedacht,
dass er seinen Schatz nicht wiedersehen würde.

Steinerne Riesen von der Orkney Insel glotzen zum Meer zurück,
Stehende Steine von der Orkney Insel versprechen mir das Glück,
Steinerne Riesen von der Orkney Insel glotzen auf das Meer,
Stehende Steine schwören Glück so sehr.

Er drehte seinen Blick in Richtung Heim,
das Heim, das er niemals wieder sah.

Und ihr sollt die Geschichte jetzt so haben,
wie ich sie selbst erzählt bekam.

Eine Gestalt sprang auf ihn zu,
mit einem Dolch, grell blitzend.
Er durchbohrte sein Herz
und sein Todesschrei zeriss die Stille der Nacht.

Das Mädchen war fast zu Hause angekommen,
als der Schrei sie durchfuhr.
Um zurück zu schauen drehte sie sich um,
und ihr Geliebter stand dicht bei ihr.
Seine Hand deutete zu den Sternen
und seine Augen schauten glasig ins Licht
und mit einem Lächeln auf seinen Lippen
entschwand er von ihrer Seite.
Sie drehte sich ganz schnell herum
und rannte nach Hause.
Nicht ein Wort verlor sie,
obwohl sie genau wusste,
als sie seine Gestalt erblickte,
dass ihr Getreuer tot war.

Seit diesem Tag verging sie vor Sehnsucht,
kein Lächeln war mehr auf ihren Lippen zu sehen.
Und mit offenen Armen ging sie hin,
um ihn zu treffen,
jedoch an einem besseren Ort.

Steinerne Riesen von der Orkney Insel glotzen zum Meer zurück,
Stehende Steine von der Orkney Insel versprechen mir das Glück,
Steinerne Riesen von der Orkney Insel glotzen auf das Meer,
Stehende Steine schwören Glück so sehr.



Die Harfe im Moor! (Auszug)

Es begab sich zu jener Zeit, als es tatsächlich noch Feen und Elfen gab und die Menschen auch wirklich noch an sie glaubten. Das lag wohl daran, dass sich die Elfen und Trolle des Öfteren auf der Erde unter den Menschen sehen ließen und auch keinen Hehl daraus machten, dass es sie gab.

Zu jener Zeit, da lebte auch ein einfacher Harfenspieler, der hieß Fionn Ruadh. Er lebte in einem armen Teil der Grünen Insel und bestritt seinen Lebensunterhalt damit, Geschichten und Märchen in den Höfen und Gasthäusern vorzutragen. Dazu spielte er seine Harfe und die Menschen waren glücklich. Aber genau das hörten auch die bösen Geister des Waldes und so kam es ihnen gerade recht, als unser Musiker zu nächtlicher Zeit bei ihnen durch den Wald musste.

Es war schon sehr spät und weil Neumond war, so war es stockfinster und man konnte wirklich die Hand vor Augen nicht sehen. So war es kein Wunder, dass unser Harfenspieler sich auch in diesem großen, dunklen, einsamen und geheimnisvollen Wald bald verlaufen hatte.

Und als dann noch plötzlich Nebel aufkam, dicker, kalter, grauer Nebel, da bekam Fionn Ruadh wirklich Angst. Und er horchte in die Dunkelheit hinein, war da wer? Da war doch ein Knacken zu hören? Und da ist doch ein Schnauben und Treten zu hören? Und als er plötzlich zwischen den Bäumen zwei leuchtende Augen sah, da nahm er seine Beine in die Hand und rannte in Panik davon. Vor Schreck hatte er seine Harfe fallen lassen und er rannte davon, natürlich in die falsche Richtung. - Er landete im Moor. -

Je mehr er sich bewegte, um so mehr sank er ein, jeder Hilferuf verhallte im Nebel und war ohnehin sinnlos, denn dieser Wald war als Geisterwald gefürchtet und menschenleer. Und als er im Moor gegen das Versinken kämpfte, da merkte er, dass er von irgendwas in die Tiefe gezogen wurde. Es waren die bösen Elfen des Waldes, die sich hin und wieder ein Menschenleben holen, um etwas Lebendiges zum Spielen zu haben.

Und als er alle Kraft verloren hatte, seine Hände aber immer noch aus dem Moor reichten, da ertastete er plötzlich etwas Festes. Er griff danach. Und jetzt spürte er, wie ihn das Etwas, was er umklammerte, aus dem Moor zog. Stück um Stück ...

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